Religiöses Miteinander mal anders: Religions- und Ethikkurse der Schwingbachschule zu Gast in der Frankfurter Westend-Synagoge

Kurz vor Ende des ersten Schulhalbjahres machten sich die Klassen 10d und 10e der Gesamtschule Schwingbach mit den Lehrerinnen F. Veith und S. Schneider auf den Weg zur Frankfurter Westend-Synagoge. Schon um 9.30 Uhr begann für die Schülerinnen und Schüler der Religions- und Ethikkurse die 90-minütige Führung durch das jüdische Gotteshaus.

Nach einer Begrüßung durch Frau Schlick-Bamberger wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Religionen im Gespräch erörtert. Anschließend wurden die besondere Architektur der Synagoge, die Geschichte der Juden – insbesondere im 2. Weltkrieg – sowie die derzeitige Situation der Juden in Frankfurt beleuchtet.

Nun ging es weiter in das Herzstück der Synagoge, nämlich den Innenraum. Hierfür mussten die Jungen eine Kopfbedeckung, die so genannte Kippa, aufsetzen. Zunächst ließen alle den imposanten Innenraum mitsamt dem riesigen Kronleuchter sowie dem weiten Giebel auf sich wirken. Im nachfolgenden Gespräch erläuterte Frau Schlick-Bamberger den Gottesdienstalltag und zeigte zahlreiche dafür relevante (Gebets-) Gegenstände. Eine Synagoge („Haus der Versammlung“) wird erst durch die Thorarollen zu einem Gebetshaus.

Dann durften alle die Empore betreten. Hier wurden zum Abschluss Fragen der Jugendlichen zu jüdischen Hochzeiten und dem Ablauf der Gottesdienste beantwortet.

 

(Text & Fotos: Axel Cordes)

„Aufsteh’n, aufeinander zugeh’n“

Unter diesem Motto stand eine Unterrichtseinheit, die von der Klasse 9d und Pfarrer Michael Lübeck im April durchgeführt wurde. Der Anlass war der Besuch einer fünfköpfigen Delegation aus Namibia im Kirchenkreis  Wetzlar.

Seit 33 Jahren  besteht eine Partnerschaft zwischen den Kirchenkreisen Wetzlar und Windhoek. 

Bei gegenseitigen Begegnungen, die im Abstand von 2-3 Jahren einmal in Namibia und einmal in Wetzlar stattfinden, ist man sich über die Jahrzehnte nähergekommen und haben sich Freundschaften entwickelt.

Namibia, das von 1884-1915 eine deutsche Kolonie war, wurde nach mehr als hundertjähriger Fremdherrschaft 1990 unabhängig und ist heute eine parlamentarische Demokratie. Aber trotz der gewonnenen Freiheit und der reichen Bodenschätze (Diamanten, Uranerz, Erdgas, Kupfer, Gold  etc.) weist das Land eine sehr ungleiche Einkommensverteilung  auf. Eine hohe Arbeitslosenquote (2010: 51,2%), hohe HIV/AIDS-Rate  (2009: 13,1% unter Erwachsenen) und  ein niedriger Bildungsstand weiter Teile der Bevölkerung  sind die Hauptprobleme des Landes. Bei der partnerschaftlichen Hilfe und der finanziellen Unterstützung aus Deutschland steht heute der Gedanke der Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund.

Die Klasse 9d erfuhr durch dieses Unterrichtsprojekt von dem geschichtlichen, politischen,  sozialen  und religiösen Gegebenheiten des Landes,  den deutschen Hilfsprojekten  und erstellte einen Fragenkatalog für ihre namibischen Gäste. 

Am 29.04.2013 war es dann so weit.  Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Herrn  Dr. Köpper sangen die 21 anwesenden Schüler gemeinsam das Lied von Clemens Bittlinger  „Aufsteh’n, aufeinander zugeh’n“, das  Philip Assmann und Thomas Bezdek  auf der Gitarre sowie Luisa Schmidt auf der Querflöte begleiteten.  Eine kurze Vorstellungrunde der Gäste folgte. Danach  veranschaulichte  Pfarrer Lübeck mit einer Powerpoint-Präsentation seine Eindrücke von der letzten Partnerschaftreise durch Namibia. In Vierergruppen hatten die Schüler sodann die Möglichkeit, mit ihren Gästen ins Gespräch zu kommen.  Hierbei  verging die Zeit leider viel zu schnell.

Zum Abschied erhielten die weit gereisten Gäste als kleines Dankeschön für ihren Besuch selbst ge-fertigte Lesezeichen sowie eine Spende für ein Projekt in Namibia. 

Die Veranstaltung wurde weitgehend auf Englisch durchgeführt und fand bei allen Beteiligten viel Anklang.

Abschließend sei noch auf ein Benefizkonzert für die Partnerprojekte in Namibia hingewiesen, das am  20.05.2013 um 19.00 Uhr in Büblingshausen  stattfindet und zu dem herzlich eingeladen wird.

Ingeborg Gretsch