26.04.2017

Rom-Fahrt des Latein-Kurses 10

Anfang März hat sich der Lateinkurs 10 unserer Schule in das sonnige Rom begeben. Los ging es Donnerstagmorgen um 5:00 am Flughafen Frankfurt. Als wir gegen Mittag in Rom ankamen, ging es erst mal in unsere wunderschöne Herberge. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es auch schon mit der Metro in die Innenstadt. Das Erste, was wir von Rom sahen, war das eindrucksvolle Kolosseum. Von dort aus startete auch die Rallye. Die Rallye gab uns die Möglichkeit Rom schon mal auf eigene Faust zu erkunden. Als wir zurück in die Anlage kamen, gab es leckeres Abendessen.

Am nächsten Tag starteten wir mit einer Stadtführung durch das antike Rom und das Kolosseum. Unsere Führungen waren auf Deutsch und ziemlich interessant. Das lag unter anderem an unserem sehr netten Guide. Danach haben wir uns auf eine historische Reise durch Rom begeben, viele Sehenswürdigkeit, wie zum Beispiel den Trevibrunnen, die Spanische Treppe, das Pantheon und noch viele mehr gesehen und auch das eine oder andere Eis gegessen.

Unser Samstag führte uns zur Ostia Antika, die alte Hafenstadt der Römer. Auch dort hatten wir trotz Wind und Wetter eine gute Führung von unserem Guide. Als wir diese beendeten, hatten wir ein paar Stunden freie Zeit in Rom. Diese Zeit konnte man shoppen oder hervorragend bei 'Bir & Fud' oder in anderen schönen Pizzerien verbringen.

Der letzte Tag ist trotz des traurigen Wetters nicht ins Wasser gefallen. Eine mutige Truppe machte sich schon früher auf den Weg um einen Markt zu suchen.  Durch das Wetter war jedoch das Einzige, was sich auf dem Markt gekauft wurde ein Regenschirm, der schon 5 Minuten danach sinnlos wurde, da es aufhörte zu regnen. Nachdem wir Italien verlassen hatten, trafen wir den trockenen Teil unserer Gruppe im Vatikanstaat. Dort besichtigten wir den Petersdom und wurden anschließend von Papst Franziskus gesegnet. 537 Stufen später wurden wir mit einem Ausblick über ganz Rom belohnt. Den letzten Tag haben wir noch einmal schön an der Engelsburg mit der Sonne im Gesicht und den Klängen eines Straßenmusikers ausklingen lassen. Als wir den letzten Abend unsere Anlage erreichten, hatten wir noch einmal die Ehre ein fabulöses Abendmahl einzunehmen.

Am Montag hieß es leider schon wieder Koffer packen, Rom verlassen, ab zum Flughafen und arrivederci Roma!

Wir haben in Rom viel erkannt, zum Beispiel, dass man in Rolltreppen immer rechts stehen sollte. Und wir müssen sagen, dass es, obwohl es keine Spaßveranstaltung war, uns sehr gut gefallen hat und wir uns noch lange daran erinnern werden.

 

(Bericht & Bilder: Marc Thürmer, 10f)

„Ohne Klassik wären wir nichts“

So titelte das Feuilleton der FAZ am 9. Februar 2013 und wies damit auf die Ausstellung „Zurück zur Klassik“  im Frankfurter Liebieghaus hin.

Die Lateiner des  8./9. Schuljahres, die im Mai diese Ausstellung besuchten, erfuhren dabei, dass sich jede Zeit  mit den großen Meisterwerken des 5. bis 3. Jahrhunderts vor Christus auseinander gesetzt hat. Vor allem die Bronzestatuen wurden bereits in der römischen Antike vielfach kopiert.  Die Künstler des Mittelalters, der Renaissance und Neuzeit fühlten sich ebenfalls von der Aussagekraft  der Skulpturen angesprochen und versuchten, es den Griechen gleich zu tun. Dabei passten sie - auch das belegt die Ausstellung – ihre Werke dem Zeitgeschmack und der jeweiligen Ideologie an.

In einem ergänzenden Workshop erfuhren die Schüler ferner etwas über die Arbeitsweise von Bildhauern damals und heute, bekamen den Herstellungsprozess des Hohlgusses erläutert und durften selbst einen  Gegenstand aus Ton formen. Vielen wurde spätestens jetzt klar, welche Kunstfertigkeit nötig ist, um Werke zu schaffen, die nach zweieinhalb Jahrtausenden immer noch Staunen und größte Bewunderung erregen.

I. Gretsch

Pompeji am Main?

Nein, hier liegt kein Tippfehler vor. Der Ausflug der 31 Lateiner des 7. Jahrganges führte am 19. April 2013 nicht an den Golf von Neapel, sondern nach Aschaffenburg. Dort steht in einem mit mediterranen Pflanzen und Bäumen ausgestalteten kleinen Park die Nachbildung eines pompejanischen Wohnhauses.

Das sogenannte Pompejanum verdankt seine Entstehung König Ludwig I. von Bayern (1786-1868) und dessen Begeisterung für die Antike. Er wollte durch den Bau seinen Untertanen  „das Studium der antiken Kunst und Kultur ermöglichen.“

Ausgeführt wurden seine Pläne von dem Münchner Architekten und Hochschullehrer Friedrich von Gärtner. Wohnhaus, Ausmalung und Mobiliar spiegeln dabei den wissenschaftlichen Kenntnisstand des 19. Jahrhunderts wider sowie die Einflüsse der Romantik. Es handelt sich nicht um eine 1:1 Nachbildung, sondern um ein idealtypisches römisches Haus, wie man es sich im 19. Jahrhundert nach den Ausgrabungen in Pompeji vorstellte.

Für die Lateiner der Gesamtschule Schwingbach war der Besuch des Pompejanums durchaus ein Erlebnis, das sie spontan mit „cool“ oder „geil“ kommentierten. Bei einer Führung erfuhren die Schüler von dem Alltagsleben einer römischen Familie, bekamen ein Gefühl für die Räumlichkeiten, waren beeindruckt von der Farbigkeit, die sie umgab und freuten sich als einige von ihnen römische Kleidungsstücke anprobieren durften. Viele Fotos wurden gemacht, die die Erinnerung an das schöne Erlebnis hoffentlich noch eine Weile wachhalten werden.

Wer sich genauer zu den Sehenswürdigkeiten informieren möchte, dem sei der folgende amtliche Führer empfohlen „Das Pompejanum in Aschaffenburg“, München 2006, ISBN: 3 932982 69 X

Die Halbtagesfahrt wird bei Interesse auch 2014 stattfinden.

Ingeborg Gretsch

Bilder vom Ausflug nach Aschaffenburg

Warum Latein?

(Kurzinformation zu den Vorteilen und Zielen des Faches)

Nicht für die Schule, sondern für das Leben“ solle man lernen, meinte bereits der römische Philosoph und Prinzenerzieher Seneca im 1. Jahrhundert nach Christus.

Die Frage, ob Latein auch im heutigen Fächerkanon noch seine Daseinsberechtigung hat, stellt sich besonders für Eltern und Schüler, die im Rahmen des Wahlpflichtbereiches I aufgefordert sind, sich für eine zweite Fremdsprache zu entscheiden.

Im Folgenden soll daher versucht werden, die Ziele und Vorteile, die mit dem Erlernen dieser Sprache verbunden sind, kurz zu

skizzieren.

1. Vorbereitung auf das Latinum

Unter dem Latinum versteht man die Fähigkeit, lateinische Originaltexte mittleren Schwierigkeitsgrades zu übersetzen, zu deuten und einzuordnen.

Diese Qualifikation kann bei mindestens ausreichenden Leistungen nach 5 Jahren Lateinunterricht (Klasse 7-11) erworben werden.

Das Latinum ist Examensvoraussetzung für bestimmte Studiengänge im geisteswissenwissenschaftlichen Bereich. Für Jura und Medizin reichen Lateinkenntnisse aus. (Näheres auf Anfrage.)

2. Sprachlicher Nutzen

Die Tatsache, dass Latein als Basissprache der westeuropäischen Sprachen anzusehen ist, beinhaltet, dass sich grammatische und lexikalische Erkenntnisse bezüglich der lateinischen Sprache äußerst gewinnbringend auf die modernen Fremdsprachen und auf das Deutsche übertragen lassen.

Neben dem Erwerb dieser Kenntnisse kommt im Lateinunterricht (LU) der Frage nach der Funktion von Sprache eine besondere Bedeutung zu.

Mit der zentralen Methode des LU – dem Übersetzen – ist darüber hinaus eine Förderung der muttersprachlichen Ausdrucksfähigkeit auf das Engste verbunden.

3. Horizonterweiterung

Lateinische Originaltexte erschließen sich aufgrund der großen zeitlichen Distanz nur unter Berücksichtigung der historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen

Dies ermöglicht dem Schüler, Traditionswissen zu erwerben und Einblick zu nehmen in eine ferne und zugleich nahe Welt.

4. Literarische Bildung

Bei der Beschäftigung mit lateinischen Texten von oftmals hohem literarischen Niveau lernt der Schüler nicht nur verschiedene Textsorten und Themen kennen, sondern er wird auch für die ästhetische Qualität von Texten sensibilisiert.

5. Berufs- und Wissenschaftsbezug

Die für die Sprachreflexion unabdingbare Verwendung einer Fachsprache ebenso wie die für das Übersetzen relevanten Verfahren des Beobachtens, der Hypothesenbildung, der Analyse, des Tranfers und der Evaluation sind für Beruf und Wissenschaft von großer Bedeutung.

6. Erzieherische Vorteile

Dass die genannten Ziele Fleiß und Ausdauer, Genauigkeit und systematisches Vorgehen in einem Höchstmaß verlangen, sollte nicht übersehen werden.

Wer Latein mehrere Jahre ernsthaft betrieben hat, wird auch in dieser Hinsicht davon geprägt sein.

7. Beitrag zur Persönlichkeitsbildung

Die Beschäftigung mit Texten aus einer fernen Zeit und Kultur fordert vom Schüler die Bereitschaft, sich auf Andersartiges einzulassen, sie führt zu Selbsterkenntnis und Standortbestimmung.

8. Vernetzung

Die ständig vorhandene horizontale und vertikale Verknüpfung der unter Nr. 2-7 erwähnten Gesichtspunkte lässt den Schüler die Notwendigkeit und den Vorteil vernetzenden Denkens und Arbeitens erkennen. Sie zeigt ihm zugleich die Komplexität sprachlich-geistiger wie tat-<BR>sächlicher Realitätsbewältigung auf und bereitet ihn darauf vor.

Dieses intensive Zusammenspiel der Einzelfaktoren macht zweifellos die bedeutsame Gesamtleistung des Faches Latein aus.

Weitere Ausführungen zu dem Thema Latein finden Sie auch unter folgenden Internet-Adressen bzw. in den genannten Büchern:

www.lateinforum.de/pldoyerf.htm
www.unibasel.ch/klaphil/latinum-bz2.html

Karl-Wilhelm Weeber, Mit dem Latein am Ende?, Göttingen 1998.
Wolf Schön (Hrsg.) Die Schöne Mutter der Kultur, Stuttgart 1996.

gez. I. Gretsch

Projekte der Lateinkurse:

Gedichte